Typische Fehlerquellen bei der Daten-Migration – Aus den Aufzeichnungen eines Daten-Detektivs
2026.01.12 | Jonas Krüger | DenktMit Blog

Der Daten-Umzug der Firma KMU & Nachfahren AG sollte eigentlich ein Routineprojekt für uns werden. Doch dann passierte etwas Schockierendes: Der Mitarbeiter Data Governance wurde vermisst gemeldet und im Keller der Firma KMU & Nachfahren entdeckten wir zahlreiche Datenleichen. Wir merkten: Diese Daten-Migration absolvieren auch wir nicht ohne Hilfe weiter, hier braucht es einen abgebrühten Spürhund. So riefen wir den bekannten Daten-Detektiv D. Mit um Hilfe, dessen Fallbericht wir an dieser Stelle augenzwinkernd teilen möchten.
Die Tat: Datenleichen im Keller – Data Governance? Vermisst
Heute zu KMU & Nachfahren gerufen worden, da ist denen doch tatsächlich die Data Governance abhandengekommen. Dabei ist die doch so wichtig für einen Daten-Umzug wie die heißen Himbeeren fürs Vanille-Eis. Schließlich betrachtet Data Governance die Daten der Firma als wichtigen Unternehmenswert. Mit Data Governance werden die Verwaltung leichter, Risiken für Datenlecks minimiert und im besten Fall auch noch Kosten eingespart.
Die Ermittlung: Ernennung von Data Ownern und Erstellen von Datenglossaren
Als erstes habe ich einige Data Owner ernannt, die sind jetzt sozusagen die “Bosse” für die Daten. Die Data Owner dürfen sich jetzt erstmal die Hände schmutzig machen, die Daten sichten und kategorisieren – morgen sollen die mir mal ein ordentliches Daten-Glossar liefern. Da stehen dann die Definitionen der verschiedenen Daten drin und wir haben hoffentlich mehr Durchblick in diesem Daten-Dschungel. Data Owner ist ein verdammt wichtiger Job, aber ich beneide die Kerls nicht, sich jede der Datenleichen und Sonderfälle anschauen zu müssen. Aber gerade die müssen kategorisiert werden, damit der Daten-Umzug gelingt und wir Data Governance wiederfinden.
Der Data Owner testet immer zweimal
Den Tag mit schwarzem Kaffee und digitalen Glimmstängeln begonnen, auf denen die Daten-Glossare der Data Owner gespeichert wurden. Jetzt gehts ans Eingemachte. Wir haben mit einer Test-Migration begonnen. Die Data Owner transferieren nun also probeweise einige der geordneten Daten in deren neue (Daten)Bank. Das heißt aber nicht, dass sie jetzt nachlässig werden dürfen, Crosschecking ist angesagt. Die Prüfsummen im alten und im neuen, transferierten Datensatz werden verglichen, dazu dessen Ist- und dessen Soll-Zustand. Zum Glück ist das so einfach, dass kriegt sogar mein Kater mit verbundenen Augen hin.
Die neuen Data Owner bei der Arbeit.
Der große Umzug
Nachdem die Test-Migration so erfolgreich lief, ist der richtige Umzug für die Chefetage beschlossene Sache. Ich bin währenddessen immer noch Data Governance auf der Spur, als mir meine Data Owner berichten, dass eine kleine Ecke des alten Datensatzes wohl übersehen wurde. Und was finden wir, als wir im alten Lagerhaus ankommen? Eine Excel 98-Tabelle, die noch einige Sonderfälle enthält und obendrein Data Governance als Geisel. Da sieht man mal wieder: Wenn man nicht gründlich ist, klappt der ganze Daten-Umzug nicht. Die Flitzpiepe von Excel-Tabelle war eine harte Nuss, hat aber schlussendlich alle Daten und Data Governance freigelassen, als ich den firmenweiten Wechsel zu Linux androhte.
Mein Auftrag hier ist beendet, die Firma KMU & Nachfahren hat nun wieder die Hoheit über alle ihre Daten, auch in der neuen Umgebung. Mit den Data Ownern hat sie neue Ansprechpartner für ihre Daten-Themen und -Entscheidungen. Obendrein hat die Firma mit dem Glossar klaren Überblick welche Begrifflichkeiten und Regeln für welche Daten gelten. Die Sonderfälle und Datenleichen zu normieren und kategorisieren ist kein Ponyhof, aber wenn man dranbleibt, wachsam ist und immer schön testet, ist es ein verdammt belohnender Broterwerb.
Meet The Expert
Jonas Krüger ist Content-Creator und Multimedia-Redakteur. Er kümmert sich um das Bespielen und Organisieren des DenktMit-Blogs sowie des Social Media-Auftrittes.


