Change Management - Wie Unternehmen Veränderungen besser bewältigen können
2026.06.22 | Jonas Krüger | DenktMit Blog

Veränderungen passieren nicht schlagartig, sie kommen wie Wellen, mal größer, mal kleiner, aber beständig. Wer nicht auf diese Wellen der Veränderung eingeht, wird leicht von ihnen umgeworfen. Doch es gibt eine Methode, wie sich diese Wellen nicht nur überstehen lassen, sondern eine, die ein Surfen auf jenen Wellen ermöglichen: Das Change Management.
Unsere Genossin Julia Gleim hat sich unter anderem auf dieses methodische Meistern des Wandels spezialisiert. Mit ihr haben wir darüber gesprochen, wie sich Change Management in Unternehmen ausgestalten lässt.
DenktMit: Hallo Julia, schön, dass du dir Zeit für uns genommen hast. Wie würdest du denn Change Management definieren und warum ist es so wichtig für Unternehmen, Change Management zu betreiben?
Julia: Beim Change Management steht die Aufgabe im Vordergrund, Veränderungen in Organisationen bewusst, strukturiert und wirksam zu gestalten. Dies geschieht mit dem Ziel, dass neue Strategien, Prozesse, Strukturen, Technologien oder Verhaltensweisen nicht nur eingeführt, sondern auch akzeptiert, verstanden und dauerhaft gelebt werden. Eine besondere Ausführung von Change Management ist es dabei eine „lernende Organisation“ zu schaffen, in welcher nicht nur versucht wird, die Umsetzung eines spezifischen Wandels zu meistern, sondern eine dauerhafte Veränderungs- und Lernkompetenz im Unternehmen zu entwickeln. Das ist eine Aufgabe, die immer läuft und gerade deshalb ist sie so wichtig. Beim Change Management geht es darum, einen nachhaltigen Arbeitsstil zu finden; einen Stil, bei dem das Wissen über Prozesse, über Zuständigkeiten im Unternehmen klar geregelt ist. Die Struktur ist kein Selbstzweck. Ganz im Gegenteil: Sie spart Zeit, Geld und ermöglicht einen effizienteren und reibungsarmen Alltag. Immer dann, wenn man im Alltag merkt, „da hakt es jetzt, dieser Prozess ist umständlich" braucht es Change Management.
DenktMit: Das heißt der Wandel kann theoretisch von jedem Einzelnen angestoßen werden?
Julia: Es ist natürlich wichtig, dass die, die letzten Endes entscheiden, voll dahinterstehen. Aber das Bewusstsein für Veränderung sollten Unternehmen im gesamten Betrieb kultivieren. Denn langfristige Veränderungen kommen oftmals von unten oder werden gemeinsam entwickelt.
DenktMit: Wie lassen sich Veränderungen gemeinsam entwickeln?
Julia: Ich bin überzeugt, dass man das wunderbar in einem Workshop-Format tun kann. Man fängt ganz basal an: In einem ersten Block bringt man die Leute aus verschiedenen Abteilungen zusammen, schließlich haben die alle ihre eigenen Insights. Man kann dann beispielsweise gemeinsam eine SWOT-Analyse durchführen und überlegen, was läuft gut und was nicht, wo wollen wir hin. Kurz: Was ist unser Zielbild? Dieses Zielbild konkretisiert man dann in einem zweiten Block mit dem Kunden gemeinsam und zwar so, dass man aus dem Workshop mit klaren Maßnahmen und Verantwortlichen für die Veränderung herausgeht.

DenktMit: Veränderung heißt ja oftmals, sich auf etwas Unbekanntes, Neues einzulassen. Können das Hürden sein, wenn ich Change Management in meinem Unternehmen angehen möchte?
Julia: In den meisten Fällen spielt die persönliche Einstellung zu Veränderungen und die Kommunikation über das Neue oder Unbekannte, eine große Rolle für die einzelnen Betroffenen. Wird die Kommunikation vernachlässigt, entsteht ein banger Blick auf das, was kommen mag und Gerüchte machen die Runde. Hier muss die Organisation gegensteuern und die Sorgen ergründen. Warum sträubt sich eine Person gegen die Veränderung; hat sie Angst, irrelevant zu sein, wenn sie Wissen abgibt oder Vorbehalte gegen einen neuen Prozess, eine Software? Es ist wichtig, alle diese Sorgen ernst zu nehmen. Denn das sind Informationen mit einer ganz eigenen Wertigkeit, die uns einen umfangreicheren Blick auf die angedachte Veränderung liefern und dafür sorgen, dass sich später möglichst viele von ihr abgeholt fühlen.
DenktMit: Gibt es konkrete Best-Practices, die das eigene Change Management direkt voranbringen?
Julia: Die Erfahrungen der letzten Jahre, die ich als Product Ownerin im Projektgeschäft sammeln konnte, haben mich gelehrt, den Wandel im Kleinen frühzeitig anzugehen; besonders was den Aufbau einer klaren Kommunikationsstruktur angeht. Umso mehr Leute involviert sind, desto schwieriger wird es, immer wieder neue Termine zu finden. Hier setze ich an und mache einen festen wöchentlichen Termin mit allen Beteiligten aus, den man bei Bedarf nutzt oder nicht nutzt.
Aber auch die Dokumentation von Arbeitsschritten, etwa in Form eines Wikis hilft enorm, überhaupt erstmal ein Bewusstsein für Prozesse und damit für die eventuelle Veränderung dieser zu schaffen. Gerade die Option, sich mit Informationen zu versorgen sowie die Möglichkeit, Rückmeldung zu geben, helfen dabei den Wandel durchzuführen und zu etablieren.
DenktMit: Danke für deine Zeit.
Julia: Danke für das Gespräch.

Julia Gleim ist unsere Expertin für Projektmanagement, Prozessorganisation und strukturierte Zusammenarbeit in komplexen Vorhaben. Sie begleitet Projekte an der Schnittstelle von Fachbereichen, Organisation und IT und bringt dabei Klarheit, Verlässlichkeit und Steuerbarkeit in dynamische Umfelder. Als erfahrene Projekt- und Prozessexpertin ist sie eine der vielen Spezialist:innen der DenktMit eG, die Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen.
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Jonas Krüger ist Content-Creator und Multimedia-Redakteur. Er kümmert sich um das Bespielen und Organisieren des DenktMit-Blogs sowie des Social Media-Auftrittes.


